
Wie geht die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit Geschlechterrollen und Diversität um?
Damit befasste sich das Onlineseminar „Ups, I did it again“, das in Kooperation der DLRG-Jugend Bayern und der DLRG Schleswig-Holstein stattfand.
„Blick über den Beckenrand“ ist eine Seminarreihe, die die DLRG Schleswig-Holstein und die DLRG-Jugend Bayern gemeinsam veranstalten. Hier werden Aktive aus verschiedensten Gliederungen der DLRG und DLRG-Jugend zusammengebracht, um über wichtige Themen zu diskutieren, die in der Hektik des Alltags zu kurz kommen. Diesmal war es die Vielfalt von Geschlechtsidentitäten und der Umgang damit.
Wie sag ich es?
Ich muss sensibel mit der Sprache umgehen. Im Deutschen steht das „Geschlecht“ oft nur für die biologische Sicht. Die Realität ist aber viel bunter: Die soziale Identität kann anders sein, als das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht. Es wurde deutlich, dass hier alle mit offenem Blick auf andere zugehen müssen um die andere Person zu respektieren.
Wo steht die DLRG?
In intensiver Gruppenarbeit haben die Teilnehmer*innen den aktuellen Stand in der DLRG analysiert. Das Ergebnis ist zwiegespalten:
Positiv: In den Leitbildern, vor Allem bei der DLRG-Jugend, ist das Thema Diversität schon fest verankert. Es gibt viele gute Ansätze, Programme und Projekte.
Herausforderung: In Führungspositionen ist echte Geschlechtergerechtigkeit aktuell noch nicht erreicht. Im Rettungssport fehlen hier auch oft noch klare, inklusive Richtlinien.
Sensibel sein! – Im Einsatz und im Training
Die Teilnehmer*innen schauten sich besonders die praktische Arbeit an. Wasserrettung und Schwimmtraining bringen zwangsläufig körperliche Nähe mit sich: Hier ist eine besondere Sensibilisierung der Retter*innen und Trainer*innen extrem wichtig!
Ein Anfang ist gemacht
Für die Zukunft braucht es mutige Strategien, die Haupt- und Ehrenamt den Rücken stärken, die das Thema offen ansprechen und gender- und diversitätsgerechte Arbeit fest im DLRG-Alltag etablieren.
Der Workshop war ein wichtiger Impuls, um diverse Lebensweisen zur Normalität zu machen.
Thomas Hain ist aktiv in der DLRG-Jugend Bayern und bei Jugend ohne Grenzen und berichtete vom Workshop.